Altholz

Altholz ist ein Alleskönner

Altholz ist ein facettenreicher Wertstoff. Er ist Abfall und Biomasse zugleich. Bestimmte Sortimente sind recyclingfähig und werden in der Holzwerkstoffindustrie eingesetzt, andere werden in Biomassekraftwerken verstromt und sind als erneuerbare Energie eine Säule der Energiewende. Voraussetzung für eine hochwertige Verwertung ist die qualitativ hochwertige Aufbereitung.

Altholzkategorien

Die Altholzverordnung unterscheidet vier Altholzkategorien:

Kategorie A I

Naturbelassenes oder lediglich mechanisch bearbeitetes Altholz, das bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt ist.

Kategorie A II

Verleimtes, gestrichenes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung (z.B. PVC) und ohne Holzschutzmittel.

Kategorie A III

Altholz mit halogen-organischen Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel

Kategorie A IV

Mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, sowie sonstiges Altholz, das aufgrund seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien AI, AII oder AIII zugeordnet werden kann, ausgenommen PCB-Altholz.

Sonderfall: PCB-Altholz

PCB-Altholz unterfällt der PCB/PCT-Verordnung. PCB steht für Polychlorierte Biphenyle. Dies sind organische Chlorverbindungen, die im Baubereich Verwendung fanden. Die Bauchemikalie wurde durch das Stockholmer Übereinkommen 2001 weltweit verboten.

Bis zum Verbot wurde PCB vielfältig und teils in sehr hohen Konzentrationen eingesetzt. Es kam u.a.  als Weichmacher (Lacke und Kunststoffe), in Fugendichtungsmassen (Dehnungsfugen im Betonbau, Anschlussfugen für Türen, Fenster), als Isoliermittel (Dämm- und Schallschutzplatten) aber auch als Flammschutzmittel (Farben und Lacke) oder als Klebstoff (Fußböden) zum Einsatz.

PCB findet sich deshalb auch in unterschiedlichen Konzentrationen in Holzabfällen wieder.

Für die stoffliche Verwertung von Altholz besteht eine Obergrenze von 5 mg/kg TM.

Ab einer Konzentration von 50 mg/kg PCB im Altholz müssen die Holzabfälle in speziellen Verbrennungsanlagen entsorgt werden. Hier gilt dann nicht mehr die Altholzverordnung, sondern die PCB/PCT-Abfallverordnung.

 

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