Altholzverwertung in Deutschland

Altholz – ein nachhaltiger Wertstoff
Altholz ist ein facettenreicher Rohstoff, der in Deutschland sowohl stofflich als auch energetisch genutzt wird. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz. Durch die Erzeugung von Energie und Wärme, sowie die Herstellung von Produkten aus Altholz werden fossile Energieträger und energieintensive Materialien ersetzt. Durch die energetische und stoffliche Substitution werden in Deutschland so jährlich ca.  66 Millionen Tonnen CO2 eingespeichert.

Altholzmarkt – ein kleiner Überblick
Das Marktvolumen in Deutschland beträgt jährlich ca. 8 Mio. Tonnen Altholz. Die bedeutensten Anfallstellen für Altholz sind Siedlungs- und Verpackungsabfälle, Bau- und Abbruchhölzer sowie Holzabfälle aus der holzverarbeitenden Industrie. Ca. 80 Prozent des Altholzes wird in Altholzkraftwerken zur Erzeugung von Energie und Wärme verwendet. Die restlichen 20 Prozent gehen in die stoffliche Verwertung zur Herstellung von Spanplatten. Seit 2005 besteht zudem ein Deponieverbot für Altholz, d.h.  Althölzer dürfen nur stofflich oder energetisch verwertet werden.

Der Weg des Altholzes

Kategorisierung von Altholz
Die Qualität des Altholzes entscheidet über den weiteren Verwertungsweg. In der Altholzverordnung wird geregelt, welche Sortimente stofflich oder energetisch genutzt werden können. Die Holzabfälle werden in vier Altholzkategorien AI-AIV eingeteilt (von unbehandelt bis Holzschutzmittel behandelt).

Kategorie A I

Naturbelassenes oder lediglich mechanisch bearbeitetes Altholz, das bei seiner Verwendung nicht mehr als unerheblich mit holzfremden Stoffen verunreinigt ist.

Kategorie A II

Verleimtes, gestrichenes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung (z.B. PVC) und ohne Holzschutzmittel.

Kategorie A III

Altholz mit halogen-organischen Verbindungen in der Beschichtung und ohne Holzschutzmittel

Kategorie A IV

Mit Holzschutzmitteln behandeltes Altholz, wie Bahnschwellen, Leitungsmasten, Hopfenstangen, sowie sonstiges Altholz, das aufgrund seiner Schadstoffbelastung nicht den Altholzkategorien AI, AII oder AIII zugeordnet werden kann, ausgenommen PCB-Altholz.

Sonderfall: PCB-Altholz

PCB-Altholz unterfällt der PCB/PCT-Verordnung. PCB steht für Polychlorierte Biphenyle. Dies sind organische Chlorverbindungen, die im Baubereich Verwendung fanden. Die Bauchemikalie wurde durch das Stockholmer Übereinkommen 2001 weltweit verboten.

Bis zum Verbot wurde PCB vielfältig und teils in sehr hohen Konzentrationen eingesetzt. Es kam u.a.  als Weichmacher (Lacke und Kunststoffe), in Fugendichtungsmassen (Dehnungsfugen im Betonbau, Anschlussfugen für Türen, Fenster), als Isoliermittel (Dämm- und Schallschutzplatten) aber auch als Flammschutzmittel (Farben und Lacke) oder als Klebstoff (Fußböden) zum Einsatz.

PCB findet sich deshalb auch in unterschiedlichen Konzentrationen in Holzabfällen wieder.

Für die stoffliche Verwertung von Altholz besteht eine Obergrenze von 5 mg/kg TM.

Ab einer Konzentration von 50 mg/kg PCB im Altholz müssen die Holzabfälle in speziellen Verbrennungsanlagen entsorgt werden. Hier gilt dann nicht mehr die Altholzverordnung, sondern die PCB/PCT-Abfallverordnung.

Aufbereitung – der erste Schritt
Um Altholz als Roh- oder Brennstoff einsetzen zu können bedarf es in der Regel einer vorherigen Aufbereitung. Hierbei werden die Holzabfälle kontrolliert und Altholzkategorien zugeordnet. Im weiteren Schritt werden Störstoffe entfernt. Dies erfolgt per Handauslese oder mithilfe von automatisierten Sortiermaschinen z.B. mit  Überbandmagneten und NE-Metallabscheidern. Im weiteren Prozess werden die Althölzer nach den Anforderungen der Endverwerter vor- und feinzerkleinert und nach Altholzkategorien getrennt gehalten.

Holzaufbereitung
Ziel der Aufbereitung ist es, einen industriell verwertbaren Sekundärrohstoff herzustellen.

Stoffliche Nutzung von Altholz
Etwa 1,5-2 Mio. Tonnen Altholz p.a. (=20-25% des Gesamtaufkommens) werden stofflich in der Holzwerkstoffindustrie zur Spanplattenproduktion eingesetzt. Bei der stofflichen Verwertung wird Frischholz substituiert. Dies ist vorteilhaft mit Blick auf die Ressourcenschonung. Denn durch die erneute stoffliche Nutzung bleibt das im Altholz gebundene CO2 weiterhin gespeichert und entlastet so das Klima. Auch die für die Trocknung benötigte Energie ist bei Altholz niedriger als bei Frischholz. Nach den Vorgaben der Altholzverordnung dürfen nur schadstofffreie Althölzer eingesetzt werden.

Der durchschnittliche Altholzanteil bei Spanplatten liegt bei ca. 30 Prozent
Der durchschnittliche Altholzanteil bei Spanplatten liegt bei ca. 30 Prozent.

Energetische Nutzung von Altholz
Rund 6-6,5 Mio. Tonnen Altholz werden jährlich in etwa 75 Altholzkraftwerken energetisch verwertet. Dies entspricht etwa 75-80% des Gesamtaufkommens an Abfallhölzern. Altholz substituiert hier fossile Energieträger (CO2 Einsparung) und erzeugt grundlastfähigen Strom und teils auch Wärme. In der energetischen Verwertung können in Abhängigkeit von der Genehmigung alle Altholzklassen Verwendung finden. Altholzkraftwerke nehmen somit eine wichtige Entsorgungsfunktion für die Gesellschaft ein.

Erzeugung-Strom-Energie-70818790-1527858829317.png
Altholz wird zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet.
X
%d Bloggern gefällt das: